Abfindung und Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit (Fünftelregelung)

Einige Hinweise vorweg

Hierbei handelt es sich um Sonderzahlungen im Sinne von außerordentlichen Einkünften, welche in vollem Umfang steuerpflichtig sind. Sie können jedoch durch die Anwendung der gesetzlichen Fünftelregelung (§ 34 Abs. 1 EStG) steuerlich gemindert werden.

Für den Lohnsteuerabzug sind in der Praxis gemäß § 34 Abs. 2 EStG nur die Entlassungsabfindung und die Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit relevant.

Abfindungen, die mit Fortbestehen des Arbeitsplatzes gewährt werden, werden hier nicht beschrieben.

 

Abfindung wegen Entlassung

Die Entlassungsabfindung wird als Nachteilsausgleich für entgangene oder entgehende Einnahmen durch den Wegfall des Arbeitsplatzes gewährt. Es handelt sich hierbei um eine Entschädigung im Sinne des § 24 Nr. 1 EStG.

achtung Maler-, Dachdecker-, GalaBau-Betriebe

Entlassungsabfindungen sind in beiden Fällen umlagepflichtig zur jeweiligen Versorgungskasse.

achtung Bauhauptgewerbe und Gerüstbau

Entlassungsabfindungen sind bei der Soka-Bau und Soka-Gerüstbau nicht umlagepflichtig!

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Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit (Jubiläumsprämie, Treueprämie)

Eine Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit (mind. 2 Kalenderjahre) nach § 24 Nr. 2 EStG ist eine sogenannte Zuwendung. Diese Zuwendung kann in Form einer Jubiläumsprämie oder einer Treueprämie erfolgen.

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Fünftelregelung

Bei der Fünftelregelung wird die Einmalzahlung bei der Berechnung der Steuer nur mit einem Fünftel angesetzt. Die sich hiernach ergebende Steuer wird verfünffacht.

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Hiermit soll der Steuerprogression die Spitze genommen werden.

Es gibt seltene Fälle, in denen die Anwendung der Fünftelregelung eine höhere Lohnsteuer ergibt als bei einer "normalen" Sonderzahlung (zus. Urlaubsgeld). Quick-Lohn führt eine Günstigerprüfung durch und ermittelt somit die korrekte Lohnsteuer.

Ist der Mitarbeiter bereits ausgeschieden, beachten Sie bitte auch den Artikel → Sonderzahlung für einen ausgeschiedenen Mitarbeiter

 

Zusammenballung von Einkünften

Eine Zusammenballung von Einkünften liegt nur dann vor, wenn der Arbeitnehmer "infolge der Beendigung des Arbeitsverhältnisses einschließlich der Sonderzahlung in dem jeweiligen Kalenderjahr insgesamt mehr erhält, als er bei ungestörter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erhalten hätte".  Ob eine Zusammenballung vorliegt, sollte gut geprüft werden. Lesen Sie dazu u.A. §34 (2) Nr. 2 EStG ivm BMF vom 01.11.2013 (BStBl I S. 1326) und BMF vom 04.0.2016 (BStBl I S. 277) oder fragen Sie ihren Steuerberater.

achtung Nicht jede Abfindung darf also nach Fünftelmethode ermäßigt besteuert werden.

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Übersicht der Lohnarten für außerordentliche Einkünfte

Die erforderlichen Lohnarten sind bereits in Quick-Lohn angelegt. Gegebenenfalls aktivieren Sie die entsprechende Lohnart im Menü Stammdatenverwaltung → Lohnarten. >neue Lohnart aktivieren / anlegen

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