Firmenfahrzeug (PKW-Nutzung)

rechtlicherhintergrund Einige Hinweise vorweg

Die private Nutzung eines Firmenwagens stellt für den Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil dar, der der Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht unterliegt.

Dieses Thema wird im Lexikon für das Lohnbüro auf mehr als 30 Seiten erläutert. Daraus erkennt man schon, dass dieses scheinbar einfache Thema in Deutschland sehr kompliziert ist. In diesem Hilfetext wird nur auf die PKW-Nutzung eingegangen. Für Besonderheiten wie Einsatzwechseltätigkeit, Kundendienstmonteure, doppelte Haushaltsführung u.a. fragen Sie unbedingt Ihren Steuerberater.

Wurde die Privatnutzung des Firmenwagens schriftlich (z.B. durch Arbeitsvertrag) ausgeschlossen, ist keine Versteuerung beim Arbeitnehmer notwendig.

So berechnen Sie die PKW-Nutzung

Berechnung der Höhe des geldwerten Vorteils

1.Die 1%-Methode:

oPKW-Nutzung:
Der Arbeitgeber stellt einem Arbeitnehmer einen Firmenwagen kostenlos zur privaten Nutzung zur Verfügung. Dem Arbeitnehmer entsteht dadurch ein zu versteuernder geldwerter Vorteil. Der zu versteuernde Betrag für reine Privatfahrten wird für mit 1% des Listenpreises des Wagens angesetzt.
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oPendelstrecke Weg zwischen Wohnung und Arbeit:
In der Regel wird der PKW auch für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit genutzt. Für diese Fahrten entsteht ein weiterer geldwerter Vorteil, welcher zusätzlich mit 0,03 % wird.
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2.Die Fahrtenbuchmethode:
Der Arbeitnehmer kann aber auch den privaten Nutzungsanteil durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch ermitteln. Die PKW-Nutzung wird dann mit den tatsächlich entstandenen Aufwendungen für die Privatfahrten angesetzt. Diese Methode wird bevorzugt, wenn der Arbeitnehmer das Firmenfahrzeug nur sehr selten für private Zwecke nutzt. Elektronische Fahrtenbücher erkennt die Finanzverwaltung nur an, wenn sie nicht nachträglich verändert werden können bzw. Veränderungen vom Fahrtenbuchprogramm protokolliert werden. Fragen Sie unbedingt Ihren Steuerberater, worauf Sie hierbei achten müssen.

So handhaben Sie die PKW-Nutzung in Quick-Lohn

Üblicherweise wird die 1. Variante angewendet. Für die Lohnabrechnung im Programm verfahren Sie dafür wie folgt:

1. Schritt:Ermitteln Sie außerhalb des Programms die Werte für die PKW-Nutzung:
 
Ein Beispiel:
Bruttolistenpreis gerundet: 31.000 €; einfache Entfernung: 25 km
(Kraftstofffahrzeug, kein Fahrzeugpool, tägliche Pendelstrecke)

 
 

Geldwerter Vorteil für Privatfahrten (PKW-Nutzung):

1,00% x 31.000,00 = 310,00

 
 

Geldwerter Vorteil für Fahrten zur Arbeit:

0,03% x 31.000,00 x 25 km = 232,50

 
 

Davon kann anteilig pauschal versteuert werden (Firmen PKW km pauAG.):

15 Tage x 25 km x 0,30 = 112,50

 
 

Der übersteigende Teil ist individuell steuerpflichtig (Firmen PKW km pfl.):

232,50 - 112,50 = 120,00

 

Nachgewiesene Treibstoffkosten d. Privatfahrten aktueller Monat (PKW-Nutzwertmind.):

180,00

2. Schritt:Verwenden Sie für die PKW-Nutzung die folgenden Lohnarten (falls nicht vorhanden, bitte aktivieren). Hinweise zur Aktivierung einer neuen Lohnart finden Sie unter > neue Lohnart aktivieren / anlegen oder nutzen Sie dazu die Übersicht der Lohnarten am Ende des Artikels. In der Lohnerfassung fügen Sie die entsprechenden Lohnarten mittels des Button F5-Weitere Lohnarten hinzu.
 
- PKW-Nutzung
- Firmen-PKW km pauAG
- Firmen PKW km pfl.
- PKW-Nutzwertmind.
 
Ausschnitt aus dem Verdienstbeleg
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Bitte beachten Sie: Diese Ausführungen gelten nur für Firmenwagen! Wenn einem Mitarbeiter Fahrtkosten für den eigenen PKW vergütet werden sollen, verwenden Sie die Lohnarten mit "Fahrgeld .." beginnend! > Fahrgeld

Übersicht der benötigten Lohnarten (PKW-Nutzung)

Die Lohnarten der PKW-Nutzung finden Sie im Bereich Stammdatenverwaltung → Lohnarten → F5 zusätzliche Lohnarten aktivieren. Hinweise zur Aktivierung einer neuen Lohnart finden Sie unter > neue Lohnart aktivieren / anlegen.

hmtoggle_plus1Details (Liste der benötigten Lohnarten)