Kurzfristige Beschäftigung

Kurzfristige Beschäftigungen gehören neben den Minijobs zu den geringfügigen Beschäftigungen. Im Gegensatz zu den Minijobs muss der Arbeitgeber allerdings keine Pauschalbeiträge für sie zahlen.

achtung Ohne Befristung kann keine kurzfristige Beschäftigung abgerechnet werden.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Zeitgrenzen der Kurzfristigkeit von 3 auf 5 Monate bzw. von 70 auf 115 Arbeitstage angehoben. Diese Regelung gilt übergangsweise für die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober 2020 und ermöglicht den Arbeitgebern damit einen längeren Einsatz der zur Verfügung stehenden Saisonarbeitnehmer.

 

Was ist eine kurzfristige Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung im Laufe eines Kalenderjahres seit ihrem Beginn auf längstens...

3 Monate bzw. 70 Arbeitstage

...ihrer Eigenart nach begrenzt ist oder im Voraus vertraglich begrenzt wurde.

Von einem Drei-Monats-Zeitraum ist auszugehen, wenn der Minijob an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Bei Beschäftigungen von regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche ist auf den Zeitraum von 70 Arbeitstagen abzustellen.

Das monatliche Entgelt kann über 450,00 € liegen, jedoch darf die Beschäftigung dann nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Berufsmäßig wird die Beschäftigung dann ausgeübt, wenn sie für die Aushilfe entscheidend zum Lebensunterhalt beiträgt und nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist (siehe ganz unten). Eine berufsmäßige Beschäftigung ist vom Arbeitgeber nicht zu prüfen, wenn der Verdienst der Aushilfe 450,00 € monatlich nicht überschreitet.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind (z.B. Ferienjobs, Saisonkräfte) fallen unabhängig vom Entgelt weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer Sozialversicherungsbeiträge an.

Mehrere kurzfristige Jobs

In einem Kalenderjahr sind alle kurzfristigen Beschäftigungsverhältnisse zusammen zu rechnen.

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Mitarbeiterdaten für einen kurzfristigen Beschäftigten anlegen

Gehen Sie über Lohnabrechnung → Stammdatenverwaltung → Mitarbeiterdaten und wählen Sie dort F6 - Neuen Mitarbeiter anlegen. Im Eingabeassistenten wird Ihnen die nächste freie Personalnummer vorgeschlagen. Legen Sie nun das Eintrittsdatum und den Mitarbeitertyp fest. Wählen Sie Kurzfristige Beschäftigung SV-frei bei Beschäftigungsart aus.

Quick-Lohn füllt automatisch in Mitarbeiterdaten Teil 1 die relevanten Stammdatenfelder für diese Beschäftigungsart aus - Ergänzen Sie nur noch die Steuerklasse:

Steuerklasse:

Steuerklasse lt. ELStAM oder

0, wenn die Beschäftigung pauschal mit 25% versteuert werden soll

Personengruppe:

110

Beitragsgruppenschl.:

0000

Krankenkasse:

19 (Knappschaft Minijob-Zentrale)

Umlagekasse:

19 (Knappschaft Minijob-Zentrale)

Umlagepflicht (0/1/2):

1 (wie bei ständig beschäftigten Mitarbeitern)

Achtung: Ist der Mitarbeiter weniger als 4 Wochen beschäftigt, kann die Umlagepflicht für U1 mit dem Eintrag "UL-" in Mitarbeiterdaten Teil 2 im Feld Besonderheiten ausgeschaltet werden. In diesem Fall muss im Feld Umlagepflicht (0/1/2) eine "2" eingetragen werden, weil die Umlage für Mutterschaft (U2) auch dann abgeführt werden muss.

 

Auch Insolvenzgeldumlage muss abgeführt werden.

 

Auch wenn die kurzfristige Beschäftigung beitragsfrei ist, erzeugt das Programm bei Aufnahme der Beschäftigung eine Anmeldung zur Sozialversicherung und bei Ende der Beschäftigung eine Abmeldung, allerdings ohne Entgelt. Die Meldungen erfolgen an die Knappschaft.

Achtung! Damit die Anmeldung an die Sozialversicherung von Quick-Lohn erstellt werden kann, geben Sie in den Mitarbeiterdaten die SV-Nummer des Mitarbeiters an. Wenn Sie diese nicht kennen, hilft die > Abfrage der Versicherungsnummer. Wurde für diesen Mitarbeiter bisher noch nie eine Versicherungsnummer zugeteilt, tragen Sie im Teil Zusatzdaten Geschlecht und Geburtsort ein. Ihnen wird dann einige Tage später die SV-Nummer von der Rentenversicherung über das Quick-Lohn-Meldecenter elektronisch zugestellt.

Da die SV-Meldungen für kurzfristig Beschäftigte ohnehin kein Entgelt enthalten, wurde zum 01.07.2019 vom Gesetzgeber beschlossen, dass auch bei einer Unterbrechung von mehr als einem Monat ohne Entgelt, keine Unterbrechungsmeldung mit den > Grund 34 mehr zu erfolgen hat. Wenn also ein kurzfristig Beschäftigter in einem Monat gar nicht arbeitet, erfolgt eine Nullabrechnung ohne Angabe einer Fehlzeit.

 

Kurzfristige Beschäftigung und Lohnsteuer

Kurzfristige Beschäftigungen sind stets steuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann entweder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Höhe der Steuer abhängig von der Steuerklasse der Aushilfe) oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit 25 Prozent (zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) erhoben werden.

Die Zahlung von Pauschalsteuer in Höhe von 25 Prozent ist möglich, wenn

der Arbeitnehmer bei dem Arbeitgeber gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird,

die Dauer der Beschäftigung 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht übersteigt,

der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer 72,00 € durchschnittlich je Arbeitstag nicht übersteigt oder die Beschäftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich wird und

der durchschnittliche Stundenlohn 12,00 € nicht übersteigt.

Die Pauschalsteuer in Höhe von 25 Prozent ist nicht an die Minijob-Zentrale, sondern stets an das Finanzamt abzuführen.

 

rechtlicherhintergrund        Berufsmäßigkeit

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